DIE GANZE WELT IST….VERNETZT!

Linda Leeb, die aktive Präsidentin der Grazer Sezession, präsentiert in ihrer jüngsten Ausstellung „Die ganzeWelt istvenetzt – alle Welt trägt jeans“ lnstallationen und Röntgenbild-Grafiken,die einmal mehr beweisen, dass die kritische Kunst ungebrochen Potenzial besitzt.
lm Fall von Linda Leeb ist es die Kritik an der weltumspannenden Globalisierung und einer damit verbundenen Uniformität, deren Markenzeichen die Hose der fünf Kontinente, die Jeans ist. ln ihrer Raum füllenden lnstallation sind daher auch die Stoffteile als Symbole der Erdteile in einem Drahtnetz miteinander verbunden.Typisch für Leebs Arbeiten der letzten Jahre gibt die Bildhauerin die blockhaften Skulpturen ihrer Kleinplastik zugunsten schwebender textiler Oberflächen, die schleierartig als Installation den Raum durchschweben auf.

Linda Leebs Untersuchung verbleibt aber nicht bei einer eindimensionalen Kritik an der Verweltlichung von Kulturphänomenen, sondern sie sieht auch die Vorteile transnationaler Kommunikation und Ökonomien: die Überwindung von Grenzen und Chauvinismus durch Austauschprozesse in Wirtschaft, Wissenschaft undiminterkulturellen Verstehen. 

Mit großer formaler Strenge steht der zweite Werkblock in der Ausstellung: die Metallgrafiken und Röntgenbild-Grafiken, die den Menschen eingespannt zwischen Silberdraht-Netzen und lnnenaufnahmen des menschlichen Körpers, quasi technisch generierten Aktbildern, zeigen. Linda Leeb dazu: „Die Metallkomposition schafft eine Einheit von Bildträger, bildnerischer Gestaltung und grafischer Strukturierung durch Silberdraht. Die Metallkomposition ist Ausdruck einer künstlichen Vernetzung, die beliebig, ja unendlich fortgesetzt werden kann.“

Damit sind wir auch schon beim künstlerischen Lebensthema der Linda Leeb: die Darstellungunendlicher Strukturen in einem Raumgeflecht, das durch Versatzstücke der menschlichen Existenz (Textilien als Kleider und Schleier) aufgespannt wird, also Unendlichkeitsstrukturen bezogen auf das menschliche Maß oder wie Protagoras es formulierte: ,,Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, dass sie sind und der Nicht-Seienden, dass sie nicht sind'" 

Martin Titz, Graz, im Februar 2009 
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VERNETZTER MENSCH

2009, aus der Serie von 15 Röntgenbildern, Metall, Silberdraht, Acryl, je 34 x 34 cm

Die RÖNTGENBILD- METALLKOMPOSITION als Einheit von Bildträger – bildnerischer Gestaltung - grafischer Strukturierung in Form von formalen Zeichen.
Die durch Röntgenstrahlen nicht abbildbaren Körperregionen werden durch grafische Strukturen ergänzt. Sie stellen ein neues, künstliches Netzwerk dar. Die Vernetzung der Nerven und der Blutgefäße, des Blutkreislaufs wird wie auch elektronische Vernetzung (z.B. Telefon, Fernsehen, Funkverbindungen etc.) grafisch dargestellt – einerseits als grafische Acryl-Struktur, andrerseits mit Silberdrahtstruktur als grafische Erweiterung.

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ERSATZTEILLAGER – KLONEN

Die Installation „Ersatzteillager - Klonen“ besteht aus 15 Metallwannen, die mit Röngtenbildern und Gitterstäben ausgekleidet sind. Darin sind Kleiderfiguren bzw. Hüllenmenschen gelagert. Die Metallwannen ermöglichen dabei die Lagerung von menschlichen Ersatzteilen. Diese werden durch Röngtenbilder und Hüllenmenschen versinnbildlicht und symbolisieren die Archivierung der geklonten Teile.
Das Projekt Ersatzteillager Klonen ist die thematische Weiterführung der zukünftigen Wahrscheinlichkeit alles Lebende zu klonen. Durch die Möglichkeit des Klonens bzw. durch Züchten von speziellen Menschenarten wird ein sozialpolitischer und ethischer Faktor angesprochen.
Die Hüllenmenschen in Form von Buchstaben ergeben das Wort: 

ERSAT
ZTEIL
LAGER

Die Installation „Ersatzteillager – Klonen“ versinnbildlicht exemplarisch: 
geklonte Diktatoren
geklonte Wissenschaftler
geklonte Affen 
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GETRENNT – VEREINT

zum Thema EU-Länder: „getrennt – vereint“ (Deutschland), 2005/2006
Die Farben der Installation entsprechen denen der deutschen Flagge.
Installation: 2 Bildtafeln: Metall, Plexi, Röntgenbilder, 80 x 200 cm und 
Objekt: 120 x 200 x 100 cm

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SPIEL

Kultspiel – Kampfspiel – Sportspiel

2007, Installation bestehend aus 9 Rädern und 10 Bildtafeln, Röntgenbilder Metall, Acryl, ca. 500 x 600 x 300 cm

„dreh mich und spiel mit mir…….!

…..vom Streitwagen über Olympia zur sich drehenden, tanzenden Welt……
von Kultspielen über Kampfspiele zu Sportspielen……

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ZWÖLF - TON-MUSIK

ZWÖLF -  TON - MUSIK IN FORM UND FARBE

2001 
Metall, Acryl
250 x 250 x 200 cm

Die Kupferrohre symbolisieren die 12 Töne der Zwölf - Ton-Musik.
Ihre Längendifferenzen stehen für die Tonintervalle.

Die Rohre in ihrer Leichtigkeit stehen in Kontrast zu der statischen Form des Quadrats. Sie geben den Eindruck einer rythmischen Abfolge von Höhen und Tiefen, deren Fluss der Bewegung und Rythmik einen Anklang an musikalische Töne spürbar macht. Die verschiedenen Höhen der 12 Rohre drücken die Tonhöhen aus und stehen für die Zwölf - Ton-Reihe.

Die quadratische Bodenplatte, die mit dem Objekt in direkter Verbindung steht und der optisch sich bewegende Kreis veranschaulichen das Wesen des Raums und bilden die Grundform des Objekts. 

Durch die Farbgestaltung im Kreis wird die Verkettung des ersten und letzten Tons der Zwölf - Ton - Reihe symbolisiert, wodurch das Wesen der Zeit, - das Endlose – das Grenzenlose in Beziehung zur Zwölf - Ton - Musik und somit zur Anschauung von Josef Matthias Hauer gebracht wird.

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SCHWINGUNGEN

in einer Stadt
(Straße – Kuppel – Gewässer)

Installation: 2002, Metall, Röntgenbilder, Spiegel, Acryl, Wasser
                   ca. 600 x 400 x 400 cm

Die farblich gestalteten Röntgenbildgrafiken sind integrierendes Ausdrucksmittel für die Metallinstallation. Je nach Blickwinkel verändern sie sich und lassen Räume entstehen. Durch die formale Gestaltung der Installation werden Schwingungen erzeugt.

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VERNETZUNG – MENSCHENRECHTE

SCHWEBENDE SKULPTUREN

Installation: 1999, Metall, gehärtete Kleider, Acryl,
                   ca. 700 x 500 x 600 cm 

Erweiterung bzw. Umsetzung der Trägermedien, Einbeziehung von Metall als

                   T R A N S P A R E N T E   K U G E L

Eroberung des Raums -

HÜLLENMENSCHEN  in transparenten Kugeln eingerahmt - 
dadurch wird der skulpturale Charakter hervorgehoben.
Das Objekt ist in seinem Raum eingeschlossen und erzeugt seinen 
EIGENEN RAUM

Die Kugeln sind farblich den Erdteilen zugeordnet.

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RÖNGENBILDGRAFIKEN – Unendlicher Dialog

Als zweidimensionales Abbild von räumlichen Innenansichten und als Bildträger. Indirekte Verbindung von Mensch und künstlerischer Ausdrucksform.
Sie vermitteln Transparenz und Leichtigkeit. Dadurch wird das Gefühl der Schwerelosigkeit der Grafiken betont.

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SPIEGELUNG

zum Thema: +80/2003/-80

Installation: 2003
                   Metall, Spiegel, Acryl, Plexi, Röntgenbilder
                   600 x 400 x 300 cm

Die Installation entstand anlässlich der Sezessionsausstellung  zum Thema 
„+80/2003/-80“. Die Gründung der Sezession erfolgte vor 80 Jahren. Der Blick die 80 Jahre zurück sowie in die Zukunft gerichtet wurde am Schnittpunkt 2003 angesprochen. Diese Installation bestehend aus 4 Metallplatten und einem Spiegelobjekt symbolisiert durch flammendes Rot die Gründung der Sezession im Jahr 1923. Die weißen bis weißblauen Metallplatten stehen für das Utopische, das Magische, das die Phantasie Anregende. Die Spiegelung erzeugt ein variables, mit der Position des Betrachters sich veränderndes Bild und ist die örtliche Drehscheibe für die Sezession und für die Kulturhauptstadt Graz 2003.  

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KLANG – JEANS

Globalisierung im Spinnennetz

DER FÜNF ERDTEILE

 

2010, Metall, gehärtete Jeans, Acryl

je ca. 220 x 120 x 120 cm

Die METALL - DRAHTKOMPOSITION erzeugt einen Raum, der einerseits den Anschein der Unendlichkeit vermittelt, andererseits eine Verdichtung darstellt: ein Spiel auf engstem Raum. Dabei wird eine Monumentalität, eine Körperhaftigkeit spürbar.

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SCHWEBENDE STEINE

2008
Installation bestehend aus 7 „Steinen“
Kunststoff, Acryl
ca. 500 x 500 x 500 cm

Die „Schwebenden Steine“ sind als Paradoxon zu sehen.
Steine als Symbol der Schwere erscheinen leicht und schwebend.
Sie symbolisieren umgekehrte Wirklichkeiten.
Sie symbolisieren Situationen – Gedanken, die erdrückend als Hindernis, als Bürde erscheinen 
- werden jedoch nach deren Bewältigung, nach einer Umkehr, nach Erreichen des Ziels 
leicht und schwebend – wie Vögel in den Lüften -

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